Freitag, 27. April 2012

kurzer Gruß aus der Hängematte: mit bewegten Bildern!

Hier mal ein Experiment: ein kleiner Videoschnipsel von Fridolin in Aktion. Mehr als die paar Sekunden lässt die hiesige Internetverbindung leider nicht zu. Mit besten Grüßen aus der Hängematte!


Oh, und weil es so schön war - und wir zwischenzeitig rausgefunden haben, wie man die Einstellungen so verändert, dass die Kamera mit kleinerer Auflösung aufnimmt - hier noch ein Filmchen von Frido in Aktion. So fix robbt er sich inzwischen durch den Raum, wenn es irgendwo etwas zu erkunden gibt. Hier die Kameratasche, aber vor allem ist er ganz spitz auf unsere Flipflops und Sandalen. Wenn er gut drauf ist - oder etwas besonders Spannendes entdeckt hat, stimmt er auch noch ein Freudengeheul an, bevor er sich auf den Weg macht.

Dienstag, 24. April 2012

Strandspaziergänge und die Reise zur Schildkröteninsel

Das Bergfest ist rum – unsere Zeit in Costa Rica liegt zur Hälfte hinter uns, und wir freuen uns auf die zweite Hälfte. Wenn es so angenehm entspannt und erholsam weitergeht, wie die Reise bisher verlaufen ist, dann erwarten uns einige schöne Wochen.


Wir sind weiterhin hier in Montezuma, und werden hier auch noch ein paar Tage bleiben. Noch sind wir unten im Ort in unserem kleinen Holzbungalow, morgen werden wir dann wieder umziehen. Auf der Suche nach einem Ferienhaus sind wir schließlich doch fündig geworden – aber dazu später mehr. Für erste wohnen wir hier weiterhin Tür an Tür mit der Natur - die Bäume gleich hinterm Haus sind bewohnt von Brüllaffen, die ihrem Namen vor allem im Morgengrauen alle Ehre machen (und deren Gebrüll sehr Fridolins Freudengeheul ähnelt, wenn er etwas entdeckt, was ihn begeistert). In dem Zwischenraum unterm Haus wohnt mindestens ein Opossum, und ein schwarz-weißes felliges Tier mit buschigem Schwanz, das wir erst mal als Stinktier einsortiert haben (wir haben uns noch nicht getraut nähere Nachforschungen anzustellen). Und sowieso gibt es hier allerlei Vögel, Leguane, Eidechsen und Geckos - letztere auch gerne im Haus.

erst mal sind wir noch hier (und nächtigen unter
dem roten Spitzdach in der Bildmitte)
Vorgestern haben wir einen kleinen Ausflug unternommen, und sind rausgefahren zur Isla Tortuga, zur Schildkröteninsel. Allein die Fahrt dorthin war schon prächtig – mit einem Motorboot ging es recht flott durch die Wellen, immer an der Küste entlang, an einem Traumstrand nach dem nächsten vorbei. Fridolin hatte für die Fahrt seine eigene Schwimmweste im Babyformat bekommen – die im allerdings, Babyformat hin oder her, doch noch etwas zu groß war. Von den Wellen, dem Röhren der Motoren und den gelegentlichen Gischt-Spritzern hat er sich nicht weiter beeindrucken, sondern vielmehr in den Schlaf schaukeln lassen.



Auf der Insel gab es einen prächtigen, weißen Sandstrand und dazu tiefblaues Meer. Schildkröten, die der Insel den Namen gegeben haben, haben wir leider keine gesehen – die sind dort wohl aber auch selten geworden, seitdem die Insel von mehr und mehr Touristenbooten angesteuert wird. Zu sehen gab es immerhin zahme Papageien und ein ebenso zahmes Wildschwein.


Dort sind wir endlich mal wieder zum Schwimmen gekommen – hier in Montezuma gestaltete sich das, wie berichtet, etwas schwierig, da die meisten Strände recht felsig sind und die Brandung sehr stark, so dass man an den meisten Stellen nur in der auslaufenden Brandung planschen kann, aber nicht richtig rausschwimmen. Das war auf der Isla Tortuga anders, dort konnte man sogar ein paar hundert Meter zur Nachbarinsel rüberschwimmen.


Nach einem leckeren Mittagessen am Strand ging es zum Schnorcheln; mit dem Boot sind wir etwas rausgefahren zu einem vorgelagerten Felsen, um dort die tropische Unterwasserwelt zu bestaunen. Leider waren die Sichtverhältnisse eher bescheiden – durch die Wellen war das Meer voll von aufgewühltem Sand und anderen kleinen Partikeln, so dass man nur ein paar Meter weit sehen konnte. Genug immerhin, um einen Eindruck von der bunten Vielfalt dort unten zu bekommen.


Ansonsten verbringen wir unsere Zeit weiter mit Spaziergängen von Strand zu Strand, Lesen in der Hängematte, und Planschen am Pool. Morgens früh zum Sonnenaufgang (hier gegen halb sechs), wenn es noch angenehm kühl ist, schnürt Benny seine Laufschuhe und läuft die Küstenstraße runter Richtung Cabo Blanco, ein sehr schöner Weg an allerlei kleinen und größeren Buchten vorbei.

Blick von Montezuma nach Süden -
Capo Blanco ist die Spitze links im Bild

Gestern nachmittag haben wir dann die Buchten und Strände nördlich von Montezuma erkundet, die wir schon vom Boot aus gesehen hatten. Dort schließt sich an den Ort gleich das nächste Naturreservat an, so dass die Strände alle unberührt sind und sehr wild wirken – zumal der Dschungel bis direkt an den Strand hinunter reicht. Als wir dort ankamen, hatte die Flut ihren höchsten Stand, und die Brandung lief bis an die ersten Dschungelbäume hoch.




Zurück im Hotel, gehört das tägliche Bad im Pool inzwischen zu Fridolins Favoriten: Anfangs war er noch etwas skeptisch – der Pool ist zwar für unsere Verhältnisse recht warm, aber für ihn immer noch etwas kalt. Und auch konnte er mit dem ganzen Wasser nicht so recht etwas anfangen. Das ändert sich jetzt zusehends: Inzwischen planscht er mit Begeisterung, und strampelt wild drauflo,s sobald man ihn zu Wasser lässt. Selbst die kalte Dusche, bevor es in den Pool geht, erträgt er inzwischen mit einiger Contenance – zwar mit verbissenem Gesicht, aber ohne Wehklagen.


Auch sonst macht er uns viel Freude, aber hält uns auch gut auf Trab. Er ist inzwischen sehr mobil – robbt sich hierhin und dorthin, wenn ihn etwas interessiert, und überwindet dabei auch schon mal kleine Hindernisse. Und er erzählt viel und gern – soll heißen, er brabbelt, tutet und flötet, jauchzt, quietscht und prustet, brummt, nölt und heult vor sich hin. Aber er wird auch immer anspruchsvoller, und fordert mit Nachdruck unsere Aufmerksamkeit, wenn wir ihn zwischendurch mal ablegen, oder ihn - seiner Meinung nach - nicht genug beachten.


Samstag, 21. April 2012

Vom Surferparadies ins Hippiemekka

Da sind wir wieder - immer noch auf der Halbinsel Nicoya, aber während wir zuletzt in Playa Grande noch im äußersten Nordwesten der Halbinsel waren, sind wir jetzt nur ein paar Kilometer weg von der Südspitze, dem Cabo Blanco. Wir sind jetzt quasi an dem Ort, den wir von oben von Monteverde aus in der Ferne liegen sehen konnten: von dort hatten wir an guten Tagen den Blick bis hinunter zum Golf von Nicoya und der dahinter liegenenden Nicoya-Halbinsel.


Bevor wir uns auf die Reise gemacht haben, gab es aber noch etwas zu feiern: Bennys 35. Geburtstag am letzten Sonntag. Den haben wir noch in Playa Grande verbracht, und dort standesgemäß begangen mit einem ausgiebigen, leckeren Frühstück im Grünen unter Palmen, ausgedehnten Besuchen am Strand und Planschen in den Pazifikwellen, und einem opulenten Abendessen mit verschiedenen leckeren Fischgerichten.

Eine der verschiedenen Flußdurchquerungen
auf dem Weg nach Montezuma
Um dann am Montagmorgen von Playa Grande nach Montezuma zu kommen, mussten wir also erst mal die Nicoya-Halbinsel der Länge nach durchqueren. Das war gleichzeitig ein komfortables und abenteuerliches Unterfangen - komfortabel, weil wir uns dieses mal den Luxus eines direkten Shuttles per Minibus geleistet hatten; mit öffentlichen Bussen hätte die Reise etwa drei mal so lang gedauert. Und abenteuerlich, weil es nur einige asphaltierte Straßen auf der Halbinsel gibt - größtenteils ging es über schmale, einspurige Sand- und Schotterpisten voran.

gute Aussichten: frisch angekommen in Montezuma,
erst mal die Lage peilen.
Da wir morgens früh aufgebrochen waren, waren wir schon am frühen Nachmittag in Montezuma. Wie es sich für gute Backpacker gehört, hatten wir nichts reserviert, sondern nur ein paar Tips und Empfehlungen im Gepäck - unter anderen von Laura, die hier schon mal ein paar Wochen mit ihrer Tochter verbracht hatte. Nur - das Haus, in dem sie damals untergekommen war, gibt es leider in der Form nicht mehr. Nachdem wir das in Erfahrung gebracht hatten, hieß es also erst mal Lonely Planet konsultieren und dann weiterschauen.

Das Hotel Amor de Mar...
Untergekommen sind wir dann erst mal im Hotel Amor de Mar, etwas südlich von Montezuma - wo letztes Jahr schon andere Freunde (Hauke und Johanna) mit ihrem damals halbjährigen Sohn untergekommen waren. Da die eine Empfehlung nicht hingehauen hatte, haben wir uns also an die nächste gehalten. Und wurden nicht enttäuscht - das Hotel ist ein kleiner und sehr familiärer Laden, mit gerade mal 10 Zimmern, gelegen direkt am Meer. Einen Strand gibt es nicht, dafür aber einen wunderbar grünen Rasen, der zur felsigen Küste hinunterführt, und auf diesem Rasen jede Menge Hängematten, die zwischen Palmen im Wind schwingen. Sehr lauschiges Plätzchen.

... und der prächtige Garten davor.
Nun ist das Amor de Mar zwar ein sehr angenehmer Ort, aber es ist eben auch ein Hotel. Die Zimmer, so nett sie waren, sind leider auch etwas klein; es gibt keine Küche oder ähnliches, und auf Dauer war es auch etwas teuer. Also haben wir uns auf die Suche nach einer Ferienwohnung gemacht. Das gestaltete sich leider schwieriger als gedacht: zwar gibt es schon ein paar Ferienwohnungen in der Gegend, und einige sahen im Netz sogar ganz hübsch aus. Nur hätte man für fast alle davon ein Auto gebraucht, um hin und wieder weg zu kommen. Und wenn wir uns noch ein Auto gemietet hätten, wäre das am Ende auch nicht günstiger gewesen als im Hotel.

Frido erkundet den Handtuchschwan -
etwas später war es dann geschehen um diese kleine Skulptur
Letztlich sind wir dann doch noch fündig geworden - in Form eines kleinen, sechseckigen und zweistöckigen Holzhäuschens, mit kleiner Küche und Terasse. Der Bungalow gehört zu einer kleinen Hotelanlage (passenderweise "El Jardino", der Garten), und liegt gleich oberhalb von "downtown" Montezuma - d.h., den beiden Sträßchen mit Geschäften und Bars, die das Zentrum des Dorfes darstellen.

Wickeln mit Aussicht: Fridolin auf seinem improvisierten Wickeltisch
Zu den kleinen Annehmlichkeiten gehört auch, dass wir jetzt wieder einen Wickeltisch haben - und was für einen: eigentlich wohl eher als Schreibtisch gedacht, überblickt man von dort aus den Ort, den Strand und das weite Meer. Wickeln deluxe. Fridolin allerdings ist die Aussicht eher schnuppe. Der hat gerade andere Prioritäten: in den letzten Tagen ist er wesentlich besser darin geworden, sich zu einem Ziel hinzurobben. Wenn er auf dem Boden liegt und etwas erspäht, das ihn interessiert, stößt er erstmal ein kleines Begeisterungs-Geheul aus, und robbt sich dann zielstrebig zum Objekt seiner Begierde (gerne Flipflops, die auf dem Boden rumliegen, aber auch Stuhl- oder Tischbeine. Einen Meter oder zwei kriegt er so auch schon zurückgelegt.


Allerdings ist unsere neue Bleibe relativ laut. Das liegt nicht so sehr am Ort selbst - dort unten gibt es zwar auch die eine oder andere Party, und ab und zu kommt ein Bus an, aber davon zieht nur manches den Hang hinauf. Viel lauter ist tatsächlich die Pazifikbrandung, und das ganze Wildleben um die Bude herum. Heute morgen wurden wir erst mal von den Brüllaffen geweckt, die in den Bäumen gleich hinterm Haus leben, und ihrem Namen alle Ehre machen. Außerdem bekommen wir gerne mal Besuch von Krabben, und gestern abend auch eine Art von Wiesel, beide allerdings eher ruhige Vertreter. Und dann sind da natürlich noch die Geckos, mit denen wir die Hütte teilen: als Mitbewohner gerngesehen, da sie Mücken und Falter dezimieren, dafür nimmt man dann auch gerne ihr schallendes Lachen in Kauf. Und dann haben wir natürlich noch jede Menge Vögel um uns herum, die uns von morgens bis abends ein Konzert bereiten. Fridolin übrigens lässt sich von der Geräuschkulisse nicht weiter beeindruckend, sondern schläft nach wie vor prima. Wenn überhaupt, lässt er sich von den Brüllaffen eher inspirieren: in den letzten Tagen hat er sich einen neuen Ruf zugelegt, den er hören lässt wenn ihn etwas besonders fasziniert oder begeistert.


Montezuma selbst ist ein sehr entspanntes Nest, das sich über mehrere Buchten an der Küste entlangzieht. Hinter dem Strand beginnt gleich der dichte Dschungel, der sich die Berge hochzieht. Vor etlichen Jahren war es wohl ein Mekka für Hippies und Aussteiger aller Art, die sich am Strand niedergelassen haben. Inzwischen haben aber außer den Aussteigern auch Rucksackreisende und - etwas zahlungskräftigere - Yoga- und Esoteriktouristen den Ort entdeckt. So dass neben den Aussteigerhütten am Strand inzwischen auch Vier-Sterne-Yoga-Hotels zu finden sind. In den Bergen oberhalb des Ortes finden sich inzwischen auch einige ziemlich prächtige Villen mit Panoramablick, eigenem Pool und Tennisplatz.

die "Hauptstraße" von Montezuma
- danach hört der Ort dann auch schon wieder auf.
Der Ort selbst ist aber noch fest in der Hand des internationales Backpackertums. Rollkoffer sieht man kaum, Rucksäcke dafür überall, vor allem Abends, wenn der Bus aus San José gerade einen neuen Schwung Besucher gebracht hat. Dementsprechend ist der ganze Rhythmus des Ortes nach wie vor angenehm entspannt.

Selbst das gibt es hier - Mülltrennung auf Costaricanisch
Und die Landschaft drumherum ist schlicht grandios. Die Brandung ist, je nach Tageszeit, sogar noch etwas stärker als in Playa Grande. So stark jedenfalls, dass wir uns noch nicht ins Meer getraut haben, in Kombination mit den vielen Felsen schien uns das doch etwas riskant.  Das Schauspiel ist dafür aber um so eindrucksvoller, wenn die riesigen Wellen sich am Strand brechen und die ganze Küste in einem Nebel aus Gischt liegt, gerade zum Sonnenauf- und -untergang.



In den Bergen hinter dem Ort gibt es dann auch noch einen kleinen Wasserfall, den wir uns gestern erwandert haben. Da wir hier gerade am Ende der trockenen Zeit sind - die regnerischen Monate stehen kurz bevor - war der Wasserfall nicht ganz so mächtig. Andererseits war so auch der Weg etwas weniger beschwerlich - hoch zum Wasserfall muss man nämlich durch das Flussbett, und dort von Fels zu Fels hüpfen. Was beim jetzigen Wasserstand ganz gut ging, in der Regenzeit aber etwas abenteuerlicher sein kann.

Die Regenzeit hat übrigens in den letzten Tagen schon ihre ersten Vorboten geschickt - jeweils nachmittags oder am frühen Abend hatten wir heftige tropische Regengüsse, zum Teil auch noch kombiniert mit Gewittern. Beim ersten, und bisher stärksten, Gewitter war dann auch gleich erst mal für ein paar Stunden der Strom weg. Pünktlich zum Abendessen - so dass die beiden Restaurants am Ort, die einen eigenen Generator haben, an diesem Abend besonders gut verdient haben.




Samstag, 14. April 2012

Ruhige Tage im Strandidyll

mächtig stolz: Fridolin probiert zum ersten mal, wie es sich auf seinem eigenen Stuhl sitzt

Wir sind nach wie vor hier in Playa Grande, und genießen die Ruhe in diesem Strandidyll. Viel zu berichten gibt es nicht, denn es passiert auch nicht sehr viel hier - anders als in Monteverde, wo es allerlei zu erkunden und zu entdecken gab, gilt es hier nur das Leben zu genießen.


Die Tage gehen schon früh los - morgens um halb sechs meldet sich Fridolin meistens, und da es dann schon hell wird, ist er auch nicht mehr richtig zum Schlafen zu bewegen. Benny nutzt dann manchmal die morgendliche Kühle für einen Lauf am Strand oder durch die Wälder dahinter, oder wir gehen zu dritt schon mal an den Strand, um vor dem Frühstück etwas zu schwimmen. Frühstück machen wir uns dann selbst - meist Müsli mit frischen Früchten aus dem kleinen Laden um die Ecke.

die grüne Hütte ist der "Supermarkt" von Playa Grande

Dann bleiben noch zwei bis drei Stunden, bis es richtig warm wird - Zeit für einen Spaziergang am Strand, oder um Wäsche zu waschen, andere Teile von Playa Grande zu erkunden, oder sowas. Mittags flüchten wir uns dann meist vor der Hitze in unser gekühltes Schlafzimmer, und kommen erst gegen vier wieder raus, wenn die Sonne nachgelassen hat und der Wind wieder stärker weht. Dann geht es meist noch mal an den Strand, wo wir uns (abwechselnd) in den Pazifikwellen vergnügen, während Fridolin unter seinem Sonnenschirm den Sand durchwühlt.


Das Schwimmen im Pazifik ist ein Erlebnis: Playa Grande hat eine ziemlich starke Brandung, nicht umsonst ist der Ort bei Surfern sehr populär. Schwimmen lässt es sich aber ganz gut, wenn man keine Angst vor hohen Wellen hat - zumindest gibt es keine starke Drift oder Strömungen, mit denen man vorsichtig sein müsste. Außer bei Surfern und Schwimmern ist der Strand auch bei Pelikanen sehr populär, die sich hier von morgens bis abends ihr Essen aus den Wellen fischen. Dabei segeln die Vögel gerne über den Wellen, wenn diese gerade dabei sind zu brechen - was noch mal besonders spektakulär aussieht.


Zum Sonnenuntergang - schon gegen sechs Uhr abends - wird es dann meist noch mal etwas voller am Strand: die einen kommen, um im letzten Tageslicht zu surfen, die anderen, um ihnen dabei zuzusehen, und zu schauen wie die rotglühende Sonne romantisch im Pazifik versinkt. Danach gibt es Abendessen - entweder wir kochen uns selbst etwas Kleines in unserer Mini-Küche, oder wir gehen in eines der drei Restaurants am Ort.


Playa Grande ist ein etwas merkwürdiger Flecken, man kann es sich in etwas vorstellen wie ein halbfertiger Villenvorort in einem Naturschutzgebiet. Der Ort liegt auf einer Halbinsel: im Westen liegt der Pazifik, im Osten ein Fluß mit Mangrovenwald, und im Süden mündet dieser Fluß ins Meer. Der größere Teil der Halbinsel ist Naturschutzgebiet - auf der einen Seite der Mangrovenwald, und auf der anderen Seite der Strand selbst, und ein angrenzender Streifen von vielleicht 50 Metern Breite dahinter, so dass es keine Bebauung bis an den Strand hinunter gibt. Wenn man am Strand steht, sieht man daher von dem Ort praktisch nichts; die Häuser verschwinden alle hinter Bäumen und Sträuchern.


Der Ort selbst besteht größtenteils aus Ferienhäusern reicher Amis - zum Teil recht opulent geraten, sowie einigen Hotels und Hostels. Die Grundstücke sind allerdings erst zu einem Viertel bebaut - und so gibt es zwischen den Häusern immer mal wieder größere Flächen mit Wald- und Buschland. Und auch von den fertigen Häusern scheint das meiste zum Verkauf zu stehen - Ausläufer der Wirtschaftskrise? Jedenfalls geht es dadurch sehr ruhig und beschaulich zu hier, nach drei Tagen kennt man schon die meisten anderen Gäste (wobei Fridolin natürlich enorm behilflich ist). Und Playa Grande ist zwar alles andere als autofrei - wir sind wohl mit die Einzigen ohne eigenes Auto. Dafür gibt es aber insgesamt so wenig Verkehr, dass es manchmal fast autofrei scheint. Ruhig genug jedenfalls, dass sich die Leguane gerne mitten auf der Straße sonnen (besser gesagt der Staub- und Schotterpiste, die hier als Straße dient).


Auf der anderen Seite der Flussmündung - von hier aus im Süden gesehen - liegt die Antithese zu Playa Grande: Playa Tamarindo ist touristisch bestens erschlossen, im Gegensatz zu Playa Grande auch verkehrsmäßig gut angebunden, und gut bestückt mit Hotels in allen Preisklassen. Seit unserer Ankunft mussten wir nur einmal rüber nach Tamarindo (um Windel und Mückenspray zu besorgen, die gab es hier nicht mehr, und um unsere Weiterreise zu organisieren). Wir waren fast ein wenig erschlagen von all dem Trubel, der dort wieder auf uns einschlug; so schnell hatten wir uns an die Ruhe in Playa Grande gewöhnt.

Fridolin genießt die Ruhe in Playa Grande -
hier in der Hängematte vor unserer Wohnung


Morgen ist dann schon wieder unser letzter Tag hier. Übermorgen geht es dann weiter nach Montezuma, einen Küstenort ein ganzes Stück weiter südlich, von dem wir - von verschiedenen Freunden und bekannten - schon allerlei gutes gehört haben. Wir sind also freudig gespannt. Da die Tour mit dem öffentlichen Bus etwas kompliziert und beschwerlich geworden wäre, haben wir uns für diesen Trip dann mal den Luxus eines Shuttles gegönnt - ein Minibus für Touristen, der uns am Montag morgen gleich hier abholen wird, und uns dann direkt nach Montezuma bringt.

Mittwoch, 11. April 2012

von den Bergen an den tropischen Traumstrand

Nach einem längeren Trip sind wir wohlbehalten im tropischen Strandidyll angekommen - 1.600 Höhenmeter tiefer, knapp 200 km weiter westlich, und noch mal 10 Grad wärmer als in den Bergen. Dort wurde es zum Ende etwas ungemütlich - nachts heulte der Wind um unsere Wohnung, hier gibt es stattdessen jetzt Meeresrauschen rund um die Uhr.

Angela und Fridolin auf ihrem Asiento prefencial -
inclusive prächtiger Ausblicke auf die Berge in der Morgensonne


Aber der Reihe nach: In aller Herrgottsfrühe ging es am Montagmorgen los, in einem sehr betagten Volvo-Bus über die schmale Schotterpiste hinab aus Monteverde Richtung Küste. Immerhin schwedische Technik, die sind ja berühmt für ihre Sicherheit. Auf der Hinfahrt war es ja schon dunkel gewesen, daher hatten wir nur einen ungefähren Eindruck von der Strecke bekommen - nur so viel wussten wir, dass sie steil, schmal, staubig und kurvig war. Wie steil, wie schmal, und wie kurvig, das durften wir jetzt in der Morgensonne bewundern. Eine eindrucksvolle Fahrt - dicht gedrängt in einem röhrenden alten Bus, der an jeder Ecke noch etwas voller wurde, weil weitere Leute zustiegen, mit allerlei prächtigen Ausblicken ins Tal hinunter bis zum Meer.

da rumpelt und röhrt er den Berg hinab, der alte Volvo

Der erste Bus ließ uns dann an einer Straßenecke raus - dort, wo die Straße (bzw. die Piste) nach Monteverde von der Interamericana abzweigt. Dort könnten wir problemlos einen weiteren Bus in Richtung Norden abpassen, hatte man uns in Monteverde gesagt. Und tatsächich, keine 10 Minuten später kam schon der erste Bus nach Norden, Richtung Liberia. Dieses mal zur Abwechslung ein niegelnagelneuer koreanischer Bus. Zu Fridos großer Freude saß ein anderes Kind, vielleicht ein Jahr älter, in der Reihe gleich hinter uns; und auch sonst hat er wieder mächtig geflirtet mit allen Umstehenden und -sitzenden.

Frido bei der Kontaktaufnahme über die Sitzlehne hinweg

Von Liberia, der Provinzhauptstadt im Nordwesten Costa Ricas, hatten wir dann noch eine dritte Busfahrt an die Küste vor uns. Vorher hatten wir noch eine kleine Pause am Busbahnhof von Liberia - umgeben von einem Schwarm von Taxifahrern, die uns alle erklären wollte dass wir doch unbedingt ein Taxi (genauer: IHR Taxi) für die Fahrt an die Küste nehmen sollten.

am Busbahnhof von Liberia - frisch gewickelt und fertig für die letzte Etappe

Nach kurzer Wickelpause für den Kleinen ging es dann bald weiter ans Meer. Da der Bus nicht direkt zu unserem Zielort Playa Grande fährt, mussten wir zunächst zum Surferparadies Tamarino, um uns von dort mit einem kleinen Boot über die Flussmündung schippern zu lassen, und dann die letzten paar Hundert Meter zu Fuß am Strand entlang bewältigen. An sich ein prächtiger Abschluss für die Tour; allerdings waren wir drei dann auch etwas groggy, als wir am Nachmittag im Hotel angekommen waren.

die letzten Meter einer langen Tour

Das Hotel hatte den Vorzug, dass es direkt am traumhaften Sandstrand liegt, der Playa Grande seinen Namen gibt. Jedenfalls so nah, wie das eben geht: denn der Strand selbst und ein 20 Meter breiter Streifen sind Nationalpark, weil zwischen Oktober und März die Meeresschildkröten ihre Eier am Strand ablegen. Jetzt dagegen ist der Strand wieder fest in der Hand der Surfer, von denen es hier einige gibt. Die meisten anderen Gäste auf dem weitläufigen Hotelgelände waren übrigens Reptilien: auf jeden Gast kamen etliche Iguanas (Leguane), die es sich auf dem Gelände bequem gemacht haben, und sich besonders gerne am Pool sonnten.

der große, und großartige, Strand von Playa Grande

Leider war das Hotel aber - trotz der fantastischen Lage und der interessanten Mitgäste - etwas sehr abgenutzt und rustikal (ein bißchen wie der Volvo-Bus), dafür aber recht teuer, so dass wir uns am nächsten Tag nach etwas netterem umgesehen haben. Und prompt fündig wurden - so haben wir jetzt eine kleine Ferienwohnung mit reichlich tropischem Grün direkt vor der Nase, einer kleinen Küche, einem klimatisierbaren Schlafzimmer (recht angenehm um die Mittagshitze zu verschlafen), einer Hängematte, von der aus man Kolibris und andere Vögel beobachten kann, und als Soundtrack Vogelgezwitscher und Meeresrauschen (gerade übertönt von der Bundesligakonferenz mit Dortmund-Bayern).

Frühstückstisch mit Blick ins Grüne

Dazu gibt es noch einen Pool mit kleiner Bar, wo die Surferjungs chillen, wenn sie gerade nicht auf ihren Brettern stehen - oder auf dem Seil balancieren, das über den Pool gespannt ist. Den Pool haben wir vorhin gemeinsam mit Fridolin getestet - es schien ihm aber etwas ungeheuer, und wohl auch etwas zu kalt: Für den Geschmack seiner Eltern ist der Pool eher etwas zu warm, aber für ihn kann es kaum warm genug sein, am liebsten gleich Badewannentemperatur.

Und dann ist da natürlich noch der Strand, der dem Ort seinen Namen gibt. Und was für ein Strand - mehrere Kilometer prächtiger Sandstrand, mit einer mächtigen Brandung (daher die Surfer). Um den kleinen mit ins Wasser zu nehmen, ist es etwas zu wild (und auch etwas zu kalt, s.o., auch wenn das Wasser für Angela und Benny angenehm erfrischend ist). Daher haben wir uns mit ihm erst mal nur an den Spülsaum getraut; er findet es schon aufregend genug, wenn ab und zu eine Welle kommt und er nasse Füße bekommt. Aber auch ohne ins Wasser zu gehen, ist Fridolin für erste völlig fasziniert vom Konzept Strand an sich. Von den Wellen ist er sehr beeindruckt (so viel Bewegung! so viele Geräusche!). Und noch toller findet er den Sand: darin kann er stundenlang wühlen und die Beschaffenheit dieses merkwürdigen Stoffes erkunden.

Fridolin erkundet den Playa Grande

Und so vergehen die Tage hier auf die angenehmste Weise - morgens vom Frühstück, wenn es noch angenehm kühl ist, eine Runde laufen gehen oder schon mal kurz ins Meer springen, dann ein Frühstück mit Meeresrauschen und Blick ins Grüne, dann noch mal an den Strand, einkaufen oder einfach nur lesen und am Pool faulenzen, mittags vor der Hitze in die Kühle der Wohnung fliehen, und nachmittags noch mal rüber an den Strand, dann was kochen oder in einem der Restaurants einen Happen essen, um den Tag dann mit einem Drink in der Hängematte ausklingen zu lassen, wenn der Kleine schläft.

Sonntag, 8. April 2012

In Bildern: Osterspaziergang in Monteverde

Weil es gerade so schönes goldenes Abendlicht war, hier ein paar - unkommentierte - Eindrücke von unserem Osterspaziergang durch Monteverde (und die Hügel drumherum)...








unsere Bleibe während der letzten fünf Tage

Spaziergang Schmaziergang - zuhause gefällt es ihm immer noch am besten